Der ambulante ärztliche Notfalldienst

Grundsätze

  • Unter Notfall (NF) versteht man ein von Patienten, Angehörigen oder Dritten als offensichtlich dringlich angesehenes medizinisches Ereignis, welches erfordert, dass sich die Ärztin bzw. der Arzt verzugslos um den Patienten kümmert.
  • Unter Notfalldienst (NFD) wird allgemein die Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung in dringenden Fällen verstanden.
  • Nach eidgenössischem und kantonalem Recht stellt die Mitwirkung im ambulanten Notfalldienst eine Berufspflicht der Ärztinnen und Ärzte dar (Art. 40 Bst. g MedBG und Art. 30a Abs. 1 GesG).
  • Die ärztlichen Bezirksvereine (regionalen Ärztegesellschaften) sind für die Organisation des NFD verantwortlich und entscheiden aufgrund einheitlicher Kriterien, ob eine Ärztin / ein Arzt die NFD-Pflicht erfüllt. Ärztinnen und Ärzte, die – unabhängig von den Gründen – keinen Notfalldienst leisten, haben eine Ersatzabgabe an die Organisatoren des Notfalldienstes zu leisten (Art. 30b Abs. 3 GesG).

Kriterien zur Erfüllung der Notfalldienstpflicht

Für den Notfalldienst müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Zugang: Der ärztliche Notfalldienst wird öffentlich bekannt gemacht und muss für die gesamte Bevölkerung allgemein und jederzeit zugänglich sein. Dieser Zugang kann durch telefonische Auskunftsdienste (z.B. Medphone, Medgate, Medi24) erleichtert und koordiniert, jedoch nicht ersetzt werden.
  • Dringlichkeit: Medizinisch notwendig und/oder von der Patientin bzw. dem Patienten, Angehörigen oder Dritten als offensichtlich notwendig erachtet.
  • Verfügbarkeit: Die Leistung des Notfalldienstes geht allen anderen Tätigkeiten vor, mit der Möglichkeit sich erforderlichenfalls verzugslos um die Patientin oder den Patienten zu kümmern.
  • Dienstlisten werden im Voraus erstellt und sind verfügbar.
  • Teilnahme am allgemeinen regionalen ärztlichen Notfalldienst des Praxisstandortes oder an einem fachärztlichen Notfalldienst, falls dieser vom ärztlichen Bezirksverein anerkannt ist und eine vergleichbare Belastung wie der allgemeine ärztliche Notfalldienst darstellt. Vorbehalten bleiben Streitigkeiten über die Leistung des Notfalldienstes, die erstinstanzlich vom Kantonsarztamt (KAZA) der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) zu entscheiden sind (Art. 30 Abs. 3 Satz 2 GesG).

 

Quelle: NFD_Kriterien_2012-12-19%20_2_.pdf